Das Wort zum Wochenende: Auf dem Weg in den Finanz-Sozialismus


Ein Thema, das mit rasender Geschwindigkeit auf Deutschland zurollt, ist neben dem Flüchtlingsproblem die Finanzlücke im Alter, oft allzu vereinfacht und meistens falsch als Altersarmut interpretiert. Das Schlimme daran: Es spielt im Wahlkampf wegen seiner Komplexität nur eine Nebenrolle. Lassen wir deshalb zunächst den Finanzplaner-Verband FPSB mit erschreckenden Fakten zu Wort kommen:

„Bedenken sollte man beispielsweise, dass die Lebenserwartung aufgrund der immer besseren medizinischen Versorgung steigt. Die höhere Lebenserwartung ist jedoch in den Köpfen der Menschen noch gar nicht richtig angekommen. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Initiative '7 Jahre länger'. Männer denken demnach, dass sie im Schnitt 77,4 Jahre alt werden. Tatsächlich aber beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung laut der Generationensterbetafel des Statistischen Bundesamts 84,7 Jahre. Noch schlechter schätzen sich Frauen ein. Sie erwarten, im Schnitt 80,8 Jahre alt zu werden. Die tatsächliche Lebenserwartung liegt jedoch bei annähernd 88,7 Jahren.“

Nun sollte man meinen, dass Pläne, die helfen, dieses Dilemma zu beseitigen, bereits längst in den Schubladen der zuständigen Berliner Ministerien für Soziales, Finanzen und Wirtschaft liegen und nur darauf warten, nach der Wahl realisiert zu werden. Solche Pläne gibt es tatsächlich – doch oh Graus, in ihrem harten Kern stammen sie von der Finanzlobby. Womit klargestellt ist, dass die private Vorsorge fürs Alter, sieht man von Immobilien ab, durch die nächste Bundesregierung überwiegend provisionsgetriebenen Geldanlage-Kollektiven überlassen wird, seien es Lebensversicherungen, Fondssparpläne, Riester- oder Rürup-Renten.

Dahinter steckt vonseiten der Politiker und ihrer Einflüsterer aus der Finanzlobby der perfide Gedanke, dass deutsche Sparer fertige finanzielle Lösungen vorgesetzt bekommen sollen, statt individuell fürs Alter vorzusorgen. Seine Umsetzung in die Praxis fällt umso leichter, je länger die Zinsen bei Null verharren und je größer die vermeintliche Rentenlücke zu werden droht. Derart gelenkt, befindet sich Deutschland auf dem Weg in den Finanz-Sozialismus.

Dem können Sie allerdings entgehen: Indem Sie neben der gesetzlichen Rente, die entgegen der Meinung ihrer Kritiker noch über Jahre hinaus sicher sein wird, individuell Vermögen aufbauen. Zur Sicherheit der Rente nur noch dies: Da die Deutschen, wie eingangs beschrieben, im Durchschnitt immer älter werden, traut sich kein Politiker, die gesetzliche Rente infrage zu stellen, geschweige denn, sie zu kürzen. Das sagt zwar noch nichts darüber aus, wie sie in Zukunft finanziert wird. Aber wenn die zunehmende Finanzierung aus Steuergeldern schon bisher immer wieder geklappt hat, dürfte dies auch in den kommenden Jahren gelingen.

Wie soll man individuell Vermögen aufbauen? Vorab: Indem Sie keiner Verallgemeinerung trauen, sei es die nachhaltige Wertsteigerung von Immobilien, sei es das Cost Averaging (Durchschnittskosten-Prinzip) mit Aktienfonds, seien es Indexfonds (ETF) oder Finanzprodukte mit irgendwelchen eingebauten Garantien. Gehen Sie stattdessen von Ihren persönlichen Daten und individuellen Zielen aus. Beschäftigen Sie sich so früh wie möglich mit Immobilien, aber vorrangig mit solchen, die sich an Top-Standorten befinden und für Ihren persönlichen Bedarf infrage kommen. Auch Aktien und Gold sollten Sie frühzeitig ins Visier nehmen, am besten als Direktanlage und mittel- bis langfristig ausgerichtet, um das Timing berücksichtigen und Fehler ausbügeln zu können. Verstehen Sie diese Ratschläge bitte nicht als Empfehlung für den sofortigen Kauf – dafür sind die deutschen Immobilienpreise und zum Großteil auch Aktien schon zu teuer –, sondern als Anregung, sich rechtzeitig mit diesen Anlageklassen zu beschäftigen, um ein Gefühl für sie zu bekommen.

Wahrscheinlich werden Ihnen viele Menschen im Lauf der Zeit Tipps geben, wie Sie Ihr Geld anlegen sollten. Handelt es sich um Anlageberater, Versicherungsvertreter, Immobilienmakler, Herausgeber von Börsendiensten oder sonstige vermeintliche Profis, sollten Sie besonders vorsichtig sein. Denn meistens will man Ihnen einfach nur etwas verkaufen. Sinnvoller sind Diskussionen über Geld mit Familienangehörigen und gleichgesinnten Freunden, ergänzt um das Verfolgen von Immobilienpreisen, Aktienkursen, Zinsen, Goldpreisen und politischen Ereignissen.

Das alles verschlingt sehr viel Zeit. Doch die sollten Sie sich unbedingt nehmen, weil sonst die Gefahr besteht, dass Sie im Alter verarmen. Bei diesem Stichwort möchte ich nur noch erwähnen, dass Sie den Übergang ins Rentenalter – egal, ob mit 60, 70, 80 oder noch mehr Lebensjahren – besonders gründlich planen sollten. Das heißt, bis dahin muss Ihr Geld gestreut und so angelegt sein, dass Sie möglichst hohe laufende Einnahmen haben.


Ab Sonntagmorgen auf goldseiten.de: Billionen Euro sind falsch angelegt